Eine Frage des Geldes

In einem Seniorenheim zu wohnen ist längst nicht mehr mit dem Schreckensbild von Altersheim zu vergleichen, dass so manch älterer Mensch noch von früher hat. Die eigenen Eltern wurden zu Hause gepflegt und lebten selbstverständlich im Mehrgenerationenhaushalt mit und nur die ganz Mittellosen landeten im Armenhaus. Heute sieht das durchaus anders aus.

Pflege zu Hause

Wer es sich leisten kann, lässt pflegen. Ähnlich wie bei der Kinderbetreuung ist es auch bei der Versorgung der älteren Menschen für die meisten ein Zeitproblem, sich persönlich um die Betreuung und Pflege zu kümmern. Denn wenn man berufstätig ist, kann man nicht so einfach den ganzen Tag zu Hause bleiben und sich um die alten Eltern kümmern, sondern nutzt dann lieber die finanzielle Freiheit, um ein bisschen zuzuschießen und ein besseres Heim zu ermöglichen. Die meisten Senioren verfügen über ausreichend Eigenkapital, den Erlös aus dem Verkauf einer Immobilie beispielsweise nutzen sie zur Zahlung der Kosten, die Pflegeversicherung und Rente nicht abzudecken vermögen. So ist es häufiger der Fall, dass Menschen, die nicht über genügend Ersparnisse verfügen, zu Hause gepflegt werden oder sogar gepflegt werden müssen. Für die Angehörigen eine große und verantwortungsvolle Aufgabe und für die Betroffenen nicht immer mit demselben Komfort verbunden, den inzwischen die Heime vielfach bieten.

Altenheim versus Seniorenresidenz

Allein an der Namensgebung ist spürbar, dass sich vieles verändert hat. Die Senioren werden nicht mehr als Insassen eines Heims, sondern als Kunden eines Dienstleistungsunternehmens gesehen. Als Gäste in einem exklusiven Betreuungsheim. Entsprechend gestalten die exklusiven Heime ihre Einrichtung und Ausstattung, ob in den Zimmern, den Speisesälen oder der Außenbereiche. Großzügige Parks und Gärten ergänzen das exklusive Flair und bieten Raum für Spaziergänge und Naturerlebnisse der Bewohner. Das Personal ist gut besetzt und die damit mögliche medizinische und pflegerische Versorgung weit besser als in einem Heim der unteren Preiskategorie. Natürlich muss man sich soviel Luxus erst einmal leisten können. Vom Ersparten, vom Verkauf des Hauses oder sonstigen Teilen des Erbes bleibt da wohl nicht mehr viel übrig und unschöne Rechnungen, wie lange man noch leben darf, können den Bewohnern die Freude dann vielleicht auch irgendwann leicht trüben.

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