Pflege im Pflegeheim: wichtig, aber noch längst nicht alles
Die vermeintliche Fokussierung auf den Faktor Pflege beginnt bereits bei den Pflegenoten, die so vielen Menschen als Orientierung dienen. Dabei umfasst die Pflegenote in ihrer Gesamtheit weit mehr als nur die eigentliche Pflege, unter der landläufig die direkte und alltägliche Betreuung am Menschen verstanden wird. Ambiente, Ausstattung, aber auch Unterhaltungs- und Freizeitmöglichkeiten spielen keinesfalls eine untergeordnete Rolle, da Altenheime genau als die Orte zum Leben betrachtet werden müssen, die sie de facto auch sind.
Für eine höhere Lebensqualität: Förderung durch Therapien aller Art
Gerade in Zeiten der immer besseren medizinischen Möglichkeiten, in denen das Durchschnittsalter der Menschen stetig weiter ansteigt, sind Altenheime längst keine Orte mehr, die bloß noch als Unterbringung für die letzten Tage betrachtet werden dürfen. Viel mehr sind Altenheime lebendige Treffpunkte für Senioren, die auf diesem Wege weder unter Einsamkeit, noch unter den Schwierigkeiten des Alltags leiden müssen. Folglich leben die meisten Senioren viele Jahre, teils sogar ganze Jahrzehnte im Heim, was natürlich spezielle Anforderungen an heutige Heime stellt – und somit auch an die Betreuung. Da Lebensqualität und Gesundheit bekanntlich eng miteinander verknüpft sind, spielen Therapien hierbei eine große Rolle. Logopädie sowie Physio- und Ergotherapie werden in jedem Heim gezielt angeboten und führen nicht selten dazu, dass der gesundheitliche Zustand der Bewohner nach einiger Zeit besser ist als noch vor dem Einzug ins Heim.
Hohes Alter, junge Knochen: Physiotherapie im Altenheim
Die Physiotherapie ist Menschen jeder Altersklasse ein Begriff, speziell jedoch natürlich im Alter, wenn normale Bewegungsabläufe nicht mehr mit der einstigen Leichtigkeit vonstattengehen. Genau hier setzt die Physiotherapie im Altenheim an: Durch die ständige Präsenz professioneller Physiotherapeuten werden Bewegungsabläufe geübt, geschult und optimiert, sodass Frühlingsspaziergänge durch die schöne Gartenanlage ungetrübt genossen werden können. Darüber hinaus wird Physiotherapie sowohl präventiv als auch in der Rekonvaleszenz angewendet, ganz nach der Lebenssituation und dem Zustand des Bewohners.
Ebenfalls stark verbreitet: Logopädie und Ergotherapie
Der Vorteil vieler Therapieformen ist, dass sie in Kombination umso wirkungsvoller sind. Die Ergotherapie verfolgt dabei eine ähnliche Zielsetzung wie die Physiotherapie, nämlich eine Erleichterung des Senioren-Alltags. Gängige Aufgaben wie das Ankleiden, der Toilettenbesuch oder auch das Bedienen von Fernseher und Radio sind nur einige Möglichkeiten der Ergotherapie, die das Niveau der Selbständigkeit bei bewusstem Einsatz drastisch erhöhen kann.
Die dritte in Seniorenheimen verbreitete Therapieform ist die Logopädie, auch als Stimm- oder Sprachtraining bekannt. Neben dem offensichtlichen Ziel dieser Methode, nämlich einer Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, darf auch der weitreichende Effekt der Logopädie nicht unterschätzt werden. Schließlich bedeutet Sprachtraining unweigerlich auch stets Gehirntraining, was sich wiederum positiv auf die gesamte geistige Fitness im Alter auswirkt. Die alte Weisheit, dass Mensch immer nur so alt ist, wie er sich fühlt, bekommt dadurch natürlich eine ganz neue Bedeutung.
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