Für einen gelungenen Lebensabend: eine Frage des richtigen Heims

Altenheime, oft auch Seniorenheime genannt, sind ein Thema, dem sich viele Familien ab einem gewissen Zeitpunkt stellen müssen – obwohl es anfangs nicht immer willkommen ist. Dennoch: Spätestens dann, wenn die eigenen Eltern in eine Lebensphase treten, in der ein eigenständiges Leben altersbedingt einfach nicht mehr möglich ist, stellt das Altenheim oft die einzige Lösung dar, um hohe Lebensqualität, Sicherheit und Komfort zu vereinen. Da die Wahl des passenden Heims allerdings nicht nur eine Frage des Geschmacks ist, sondern auch des Preises und von vielen weiteren Dingen, sollte mit der erforderlichen Sorgfalt vorgegangen werden.

Der Kostenfaktor: Pflegeversicherung und Übernahme

Das Leben im Altenheim kostet im Durchschnitt beinahe 3.000 Euro monatlich. Selbst unterdurchschnittlich teure Heime liegen demnach oft in Bereich von mindestens 2.500 Euro, meistens aber bei deutlich mehr. Die Frage nach der Finanzierung ist somit mehr als berechtigt. Einen wichtigen Beitrag spielt hierbei die Pflegeversicherung, die je nach der festgestellten Pflegestufe einen Anteil von über 1.000 Euro im Monat übernimmt. Aus diesem Grund wird die Einstufung seitens des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) schon vor dem eigentlichen Einzug vorgenommen. Dabei existieren drei Pflegestufen, von denen die erste Stufe nur einen sehr geringen Pflegeaufwand bedeutet, während die dritte Stufe nach Betreuung rund um die Uhr verlangt.

Die beste Auswahl treffen: die Benotungen des MDK

Auch bei der Suche nach dem richtigen Heim kann der MDK ein erster Fingerzeig sein und zwar durch die seit 2009 vergebenen Pflegenoten. Die Noten setzen sich aus insgesamt 82 Kriterien in fünf Bereichen zusammen, sodass die Notenvergabe ein Versuch ist, die Qualität des Altenheims so ganzheitlich wie möglich zu erfassen, was betroffenen Familien oft eine große Hilfe sein kann.

Qualitätssiegel: Zertifikate und Auszeichnungen

Auch vergebene Zertifikate können durchaus für das Altenheim sprechen. Dabei ist allerdings ein wenig Klarsicht geboten, denn die große Anzahl verschiedener Siegel kann schnell zu einem trügerischen Bild verleiten. Gute Orientierungspunkte sind deswegen vor allem die Zertifikate des TÜV, also der sogenannte Pflege-TÜV, oder auch des IQD.
All dem muss allerdings eines entgegengestellt werden: So aussagekräftig Benotungen und Zertifikate auch sind, gilt es, dazu noch weitere Faktoren zu berücksichtigen. Die räumliche Nähe zur Familie spielt hierbei natürlich eine ganz wesentliche Rolle, die in keinem Test und in keiner Bewertung enthalten sein kann. Die Suche nach dem richtigen Heim kann dadurch schon zu Beginn auf diejenigen Kandidaten beschränkt werden, die in relativ kurzer Fahrtzeit zu erreichen sind. Basierend auf dieser Auswahl dürfen dann gerne weitere Kriterien hinzugezogen werden, die letztendlich zur Entscheidung führen. Eine persönliche Besichtigung gehört selbstverständlich ebenfalls dazu und hat überdies schon mehr als einmal den entscheidenden Ausschlag gegeben.